Behandlung

Wie wird mir geholfen?

Die Behandlung einer Depression orientiert sich in erster Linie daran, wie stark die Depression ausgeprägt ist und wie sehr sie die Bewältigung des Alltags einschränkt. Außerdem wird geschaut, wie motiviert Betroffene sind, ihre Situation zu verändern und auf welche Ressourcen sie im sozialen Umfeld bauen können. Anhand dieser Faktoren wird immer das Hilfsangebot ausgewählt, welches für den jungen Betroffenen geeignet erscheint. Meist kann eine Depression ambulant - also in einer psychiatrischen oder psychotherapeutischen Praxis - gut behandelt werden. Schwerere Formen werden in einer Tagesklinik oder Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie behandelt.

Stationäre oder teilstationäre Behandlung, wenn

  • Symptome stark ausgeprägt sind
  • Alltag nicht mehr bewältigt werden kann
  • akute Suizidalität besteht
  • psychotische Symptome, wie z.B. Wahn vorhanden sind
  • begleitende Symptome wie Drogenabhängigkeit, Schulverweigerung, oder familiäre Belastungen bestehen

Ambulante Behandlung, wenn

  • einige Ressourcen vorhanden sind, wie z.B. Unterstützung durch die Familie und/oder feste Freunde
  • eine leichte bis mittelgradige Depression vorliegt
  • es keine schwerwiegenden begleitenden Erkrankungen gibt
  • keine akute Suizidalität besteht
  • eine stationäre Behandlung abgeschlossen ist

Vor der eigentlichen Behandlung wird noch einmal eine ausführliche Diagnostik durchgeführt. Mithilfe von Fragebögen, Tests und Verhaltensanalysen können Fachleute die Diagnose Depression stellen und den Schweregrad bestimmen. Außerdem können begleitende psychische Erkrankungen wie z.B. Ängste erfasst werden.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung einer Depression im Jugendalter erfolgt meist durch Psychotherapie. Dabei haben sich beispielsweise die Kognitive Verhaltenstherapie und die Interpersonelle Therapie als wirksam erwiesen. Manchmal ist es zusätzlich erforderlich, Medikamente zu nehmen.

Psychotherapie

Nachdem ein geeigneter Psychotherapeut gefunden worden ist, dem der Betroffene vertraut und sich angenommen fühlt, kann es losgehen. Zunächst werden gemeinsame Ziele vereinbart und über die Erkrankung Depression aufgeklärt, z.B. dass eine Depression ein Zusammenspiel von biologischen Faktoren, Gefühlen, Denken und Beziehungen ist. Gemeinsam wird geschaut, was die Betroffenen verändern können, um wieder Kontrolle über ihr Leben zu bekommen.

Psychotherapeuten wählen individuelle Therapiebausteine aus. Dazu können der Aufbau positiver Aktivitäten, ein Wochenplan, Training sozialer Kompetenzen, Übungen zum Lösen von Problemen oder das Hinterfragen negativer Gedanken gehören.

Was kann außerdem helfen?

  • etwas unternehmen
  • an die frische Luft gehen
  • Freunde treffen und mit ihnen reden
  • Sport machen
  • sich etwas Gutes tun (ein heißes Bad, das Lieblingsgericht kochen ...)
  • einem Hobby nachgehen
  • Gedichte schreiben
  • sich etwas trauen und zutrauen
  • Was- ist-schön-Tagebuch schreiben
  • Musik hören oder machen
  • Tanzen

Pharmakotherapie - Medikamente bei Depression

Eine Depression hat unter anderem auch hirnorganische, genetische und biochemische Ursachen. Deshalb kann eine depressive Verstimmung auch mit Medikamenten, sogenannten Antidepressiva behandelt werden. Gerade bei jungen Menschen überlegen behandelnde Ärzte genau, bevor sie Medikamente verschreiben. Mit dem Betroffenen und gegebenenfalls mit den Sorgeberechtigten werden Vor- und Nachteile besprochen und es wird über Nebenwirkungen aufgeklärt.

In besonders schweren Fällen, bei Suizidgedanken oder wenn eine Psychotherapie allein nicht ausreicht, werden Medikamente empfohlen. Oftmals ist eben die Kombination von medikamentöser Therapie und Psychotherapie besonders hilfreich.

Bei einer Depression kommt es zu einem Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn. Antidepressiva helfen, wieder Gleichgewicht und Ordnung herzustellen. Das geschieht, indem die Medikamente dafür sorgen, dass z.B. mehr Serotonin ("Glückshormon") vorhanden ist. Antidepressiva machen nicht abhängig und verändern auch nicht die Persönlichkeit.

Wichtig!

Antidepressiva wirken nicht sofort. Bei jungen Menschen kann es schon mal etwa zwei Monate dauern, bis die gewünschte Wirkung - auch für den Betroffene selbst spürbar - eintritt. Bis es soweit ist, ist eine gute Unterstützung von Ärzten und Therapeuten besonders wichtig.

Sprechen Sie Ihre Bedenken an! Stellen Sie dem behandelnden Arzt alle Ihre Fragen!

Mehler-Wex, C. (2008): Depressive Störungen (Manuale psychischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen).

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