Ursachen

Warum bekommt man eine Depression?

DEN einen Auslöser einer Depression gibt es nicht. Meist spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Wissenschaftler versuchen zu erklären, wie eine Depression entsteht. Dabei schauen sie sich biologische und psychische Faktoren an.

Zu den biologischen und körperlichen Ursachen

Wenn ein Elternteil bereits Depression hat, kann es sein, dass Du selbst auch anfälliger dafür bist. Dann spricht man von einer erblichen oder genetischen Veranlagung. Bei einer Depression entsteht ein Ungleichgewicht im Gehirn. Damit sich eine Nervenzelle mit ihrer Nachbar-Nervenzelle im Gehirn austauschen kann, senden sie sich bestimmte Botenstoffe zu – die Neurotransmitter. Hier werden auch die sogenannten „Glückhormone“ weitergegeben. Noradrenalin und Serotonin sind solche „Glückshormone“. Bei gesunden Menschen funktioniert das in der Regel wunderbar und die Impulse werden zuverlässig von Nervenzelle zu Nervenzelle weitergegeben. Bei Depressiven sind deutlich weniger Glückshormone unterwegs oder die Übertragung der Impulse funktioniert nicht richtig. Das ganze chemische Austauschsystem der Nervenzellen ist beeinträchtigt und die Betroffenen fühlen sich niedergeschlagen.

Schöne Erlebnisse und/oder Medikamente helfen dabei, dass wieder genug Noradrenalin und Serotonin ausgeschüttet werden.

Forscher haben außerdem Hinweise gefunden, dass manche Menschen auf Stress mit einer Depression reagieren.

Zu den psychischen Faktoren

Die psychischen Faktoren sind all jene Faktoren, die sich auf unser Seelenleben - also alldem, was du denkst, fühlst und wie du handelst - auswirken. Außerdem gibt es Einflüsse aus deinem sozialen Umfeld, wie z.B. Familie, Schule, Arbeit.

Einschneidende Lebensereignisse können eine Depression auslösen, z.B. wenn die Eltern sich trennen, man einen guten Freund verliert, umzieht oder in eine neue Schule bzw. in die Ausbildung wechselt. Selbst nach positiven Erlebnissen, wie eine bestandene Prüfung kann eine Depression entstehen.

Bei vielen Jugendliche oder junge Erwachsene kommt es jedoch zu einer Depression, ohne das ein bestimmter Auslöser oder eine Ursache erkennbar wäre.

Depression als Begleiter anderer psychischer Störungen

Depression können immer auch bei anderen psychischen Erkrankungen mit auftreten bei Angsterkrankungen oder Anpassungsstörungen nach einschneidenden Lebensveränderungen, wie z.B. nach einem Schulwechsel oder Verlust einer Freundschaft*.

* Mehler-Wex C. , Kölch M. (2008): Depressive Störungen im Kindes- und Jugendalter

Preiß, M, Remschmidt H.(2007): Depressive Störungen im Kindes- und Jugendalter – Eine Übersicht

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