Prävention

Wie kann eine depressive Erkrankung verhindert werden?

Wenn junge Menschen an einer Depression erkranken, dann haben sie ein erhöhtes Risiko, im Erwachsenenalter wieder zu erkranken. Deshalb ist es sinnvoll vorzubeugen. Gerade in der Schule können viele Jugendliche erreicht werden - eben auch solche, die besonders vulnerabel, also anfällig für eine Depression sind.

Es gibt verschiedene Präventionsprogramme, die im schulischen Kontext eingesetzt werden. Viele dieser Programme zielen darauf ab, die psychische Gesundheit von Schülern zu fördern, z.B. indem soziale, emotionale und kommunikative Kompetenz eingeübt wird. Außerdem vermitteln die Programme, was krank machende Gedanken sind und wie diese so verändert werden können, dass sie nicht depressiv machen.

Eine Depression hat meist nicht die eine Ursache, sondern entsteht aus dem Zusammenwirken mehrerer Faktoren. Deshalb setzen Schulpräventionsprogramme breitgefächert an.

Hier ist eine Auswahl existierender Programme für Jugendliche, die wissenschaftlich evaluiert sind:

GO! Gesundheit und Optimismus (Junge et al., 2002):

Es wird Wissen zur Stressentstehung sowie zur Entwicklung und Aufrechterhaltung von Ängsten und Depression sowie darauf abgestimmte Bewältigungstechniken vermittelt. Geeignet für Jugendliche zwischen 13-18 Jahren. Geschulte Trainer führen das Programm in acht Sitzungen à 90 Minuten z.B. auch für ganze Schulklassen durch.

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Lebenslust mit LARS & LISA (Pössel et. al. 2003):

Das Trainingsprogramm Lebenslust mit LARS&LISA umfasst zehn Doppelstunden, in denen kognitive und soziale Kompetenzen vermittelt werden, die den Schülern helfen, mit Belastungen des Alltags leichter fertig zu werden. Geschulte Psychologen führen das Training durch.

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SNAKE "Stress nicht als Katastrophen erleben" (Beyer & Lohaus, 2006):

SNAKE ist ein Anti-Stress-Trainingsprogramm für Jugendliche und möchte die Stressbewältigungsstrategien von Jugendlichen verbessern. Es umfasst eine wöchentliche Doppelstunde und dauert insgesamt 8 Wochen. Trainer sind Diplompsychologen, die an die Schule kommen.

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MindMatters - Mit psychischer Gesundheit gute Schule machen

Das Programm wurde in Australien entwickelt und an der Leuphana Universität Lüneburg übersetzt und auf den deutschsprachigen Raum angepasst und evaluiert (P. Paulus). Themen: Umgang mit Stress, Mobbing, psychische Beeinträchtigungen. Das Programm mit mehreren Modulen wird in der Primarstufe und Sekundarstufe 1 eingesetzt und richtet sich an Schüler, Lehrer, Leitungsebene und Eltern. MindMatters ist ein Programm, das Schulen dabei unterstützt, mit psychischer Gesundheit die Bildungsqualität ihrer Schule zu entwickeln.

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Verrückt? Na und! - Seelisch fit in der Schule

Das Schulprojekt «Verrückt? Na und!» zielt auf die Förderung der psychischen Gesundheit von Schülern zwischen 15 und 20 Jahren ab. Die Schüler setzen sich an einem Schultag mit ihrem eigenen Leben auseinander, lernen Betroffene mit psychischen Erkrankungen kennen und erfahren, wie sie selbst psychisch gesund bleiben. Durchführung durch Experten (geschulte Pädagogen, Psychologen) und Betroffene.

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Conrad et. al. (2010). Präventiv und stigmareduzierend? Evaluation des Schulprojekt "Verrückt? Na und!".Zeitschrift für Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie, 58 (4), 2010, 257–264

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