Schulalltag

Depression erkennen

Wenn Sie Veränderungen im Verhalten eines Schülers bemerken und Symptome einer Depression feststellen, sollten Sie den Lernenden zu einem Gespräch einladen. Es kann gut sein, dass sich der Jugendliche erst nach mehreren Gesprächen öffnet. Machen Sie sich zunächst einfach ein Bild von der Situation. Nehmen Sie bei Bedarf und ernsthaften Problemen mit den Eltern Kontakt auf. Dabei ist es wichtig, das Thema behutsam anzusprechen.

Äußern Sie, dass Sie Veränderungen wahrgenommen haben und schlagen Sie zunächst vor, dass sich der Betroffene oder die Familie an eine Beratungsstelle oder den Schulpsychologen wenden kann.
Stellen Sie heraus, dass es wichtig ist, sich Hilfe zu holen und dass es in der Regel gute Behandlungsmöglichkeiten gibt.

Vorgehen im Gespräch

  • Knüpfen Sie an Ihrem Eindruck an: „Mir ist in den letzten Wochen aufgefallen, dass Du... . Wie siehst Du das?“
  • Ist die Problematik auf schulischen Bereich begrenzt? "Gibt es auch anderswo Schwierigkeiten?"
  • Wie ist der Kontakt zu Freunden (sozialer Rückzug)?: "Triffst Du Dich mit Freunden?"
  • Gibt es noch Interessen und Momente der Freude?: "Gehst Du Deinen Hobbys nach?"
  • Ansprechpersonen? "Mit wem kannst Du Dich unterhalten, wenn Du Sorgen hast?"
  • Kann der Jugendliche sich selbständig Hilfe suchen? "Hast Du Dir schon Hilfe geholt?"
  • Bei Bedarf Unterstützung anbieten.

Suizidgedanken oder -ankündigungen sind immer ernst zu nehmen. Ziehen Sie dann unbedingt weitere professionelle Hilfe hinzu.

Umgang mit depressiven Lernenden

Zeigen Sie den betroffenen Lernenden, dass Sie wahrnehmen, wie schlecht es ihm oder ihr geht. Aufmunterungen nach dem Motto "Das wird schon wieder" werden das Gegenteil bewirken nämlich das sich derjenige nicht ernst genommen und dadurch noch schlechter fühlt. Stellen Sie sich möglichst als Ansprechpartner zur Verfügung und vermitteln Sie professionelle Hilfe.

Sollten Sie den Eindruck gewinnen, dass ein Schüler Suizidabsichten hat, lesen Sie bitte hier weiter: Suizidaliät

Depressive Schüler im Unterricht

Bei depressiven jungen Menschen sind das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und das Können meist deutlich eingeschränkt. Damit betroffene Schüler aus dem Kreislauf von Versagensgefühlen, negativen Rückmeldungen  und Lern- und Leistungsschwierigkeiten ausbrechen können, helfen die folgenden Ideen:

  • möglichst Aufgaben ohne Zeitdruck anbieten
  • Freiarbeit einräumen
  • Sonderaufgaben
  • Stärken betonen
  • Entspannungsübungen
  • Integration in den Klassenverband
  • Förderung kreativer und gestalterischer Ausdrucksmöglichkeiten

Akzeptieren Sie die Depression als Erkrankung, binden Sie den betroffenen Schüler ein und loben Sie die kleinen und allerkleinsten Erfolge.

Sport tut gut

Gerade für Lernende mit Depression ist es wichtig, am Sportunterricht teilzunehmen. Das hebt die Stimmung und vermittelt ein Gefühl von Gemeinsamkeit und Aktivität. Dabei sollte beachtet werden, dass Betroffene keine volle Leistung erbringen können.

Nachteilsausgleich

Die an Depression erkrankten Schüler sind aufgrund ihrer Erkrankung gegenüber den gesunden Schülern benachteiligt. Das zeigt sich insbesondere bei Leistungsanforderungen, da durch die Depression das Selbstvertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit aber auch Aufmerksamkeit und Konzentration eingeschränkt sind.

Als Pädagoge können Sie dafür sorgen, dass die Anforderungen angemessen sind und nicht überfordern. Reduzieren Sie möglichst den Leistungsdruck für betroffene Schüler.

Um Sonderregelungen oder einen Nachteilsausgleich zu erarbeiten, bietet sich der Kontakt zu den behandelnden Fachleuten an. Achten Sie unbedingt darauf, dass die Sorgeberechtigten Ihnen eine entsprechende Schweigepflichtsentbindung erteilen.

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