Kooperation mit Eltern + Experten

Alle ins Boot holen

Wenn Pädagogen von der Depression eines Schülers erfahren, sollten sie auch den Austausch mit den Eltern aber auch beteiligten Experten suchen.

Jeder depressive Schüler hat eine individuelle Geschichte und einzigartige Umstände. Deshalb macht es Sinn, wenn sich zunächst alle Beteiligten zu einem Gespräch treffen, um abzustimmen, was die Erkrankung für die schulische Entwicklung bedeutet. Wichtig ist es hierbei, dass Eltern eine schriftliche Schweigepflichtsentbindung für die Experten und Lehrer ausstellen. Lehrer sind zu Verschwiegenheit über die Erkrankung verpflichtet. Sie müssen sich also immer eine schriftliche Erlaubnis der Eltern/Sorgeberechtigten einholen, wenn Sie z.B. das Kollegium oder die Klasse über die Depression eines betroffenen Kindes informieren möchten. Die Einwilligung der Eltern kann immer durch diese widerrufen werden. Auch sollten Sie mit dem Schüler selbst besprechen, welche Informationen weitergegeben werden dürfen und welche nicht.

Behandelnde Therapeuten sollen aufklären, in wie weit die Depression die schulischen Leistungen und den Alltag einschränkt. Im Dialog zwischen Lehrern, Eltern und behandelnden Therapeuten soll ein Weg gefunden werden, wie der junge Betroffene die Schule (wieder) besuchen und Anforderungen bewältigen kann. Manchmal sind hier Sonderregelungen oder ein Nachteilsausgleich erforderlich.

Sprechen Sie darüber, wenn ein Schüler Psychotherapie wahrnimmt oder Medikamente einnehmen muss. Beides kann die Teilnahme am Unterricht beeinflussen und sollte beispielsweise bei anstehenden Leistungskontrollen berücksichtigt werden.

Zusammenarbeit mit der Klinikschule

Wenn Schüler eine schwere Depression haben, ihren Alltag nicht mehr bewältigen können oder suizidal sind, wird die Depression stationär behandelt. Nach einiger Zeit können sie dort eine Klinikschule besuchen.

Tauschen Sie sich mit der Klinikschule aus. Sie gibt Lehrern der Heimatschule hilfreiche Tipps und berät, wie der Unterricht für depressive Schüler oder ein Nachteilsausgleich gestaltet werden kann. Sie als Lehrkraft erleichtern den Betroffenen den späteren Wiedereinstieg, indem Sie z.B. Hausaufgaben, aktuelle Themen und Arbeiten an die Klinikschule weiterreichen. Halten Sie Kontakt!

Prüfen Sie, ob Sie für den Austausch mit der Klinikschule das Einverständnis der Sorgeberechtigten einholen müssen.

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