Suizidalität + Schule

Richtig reagieren

Suizidgedanken und Suizidabsichten sind Symptome einer depressiven Erkrankung. Für Pädagogen ist es wichtig, Alarmzeichen zu kennen und richtig zu handeln.

Eine suizidale Krise wird nicht einfach so vorbei gehen. Zudem ist es ein Irrtum zu glauben, dass diejenigen, die über einen Suizid sprechen, sich sowieso nichts antun. Wenn ein Schüler daran denkt, sich etwas anzutun, ist das IMMER ernst zu nehmen. Wenn Sie den Verdacht haben, dass jemand suizidal ist, suchen Sie das Gespräch.

Im Notfall oder einer akuten Krisensituation informieren Sie umgehend die Polizei oder den Rettungsdienst unter der 112.

Sie müssen keine Diagnose stellen!

In der Regel vertrauen sich gefährdete Schüler in erster Linie ihren
Klassenkameraden häufig unter dem "Siegel der Verschwiegenheit" an.
Schüler müssen informiert werden, dass sie solche Geheimnisse auf
keinen Fall hüten dürfen und an wen sie sich wenden können (Lehrer, Eltern,
Jugendarbeiter, Pfarrer, etc.).

Wenn Sie das Gespräch mit einem Betroffenen suchen, können Ihnen die folgenden Fragen den Einstieg in ein Gespräch erleichtern:

  • „Hast Du schon mal daran gedacht, Dir etwas anzutun?“ / „Hast Du derzeit / manchmal das Gefühl, dass es sich nicht mehr lohnt zu leben / Deine Situation hoffnungslos ist?“ (passiver Todeswunsch?)
  • „Was genau meinst Du damit, dass Tot sein besser wäre? / Du nur noch Deine Ruhe haben möchtest“ (abstrakte Suizidgedanken?)
  • „Denkst Du dabei auch daran, Dir selbst etwas anzutun? / Musst Du auch daran denken, ohne es zu wollen? / Wie oft und wie lange kommen die Gedanken an Suizid? (konkrete Suizidideen?)
  • „An was denkst Du genau, wenn Du sagst, Du könntest Dir etwas antun? / Hast Du eine Idee, wie Du es machen würdest?" (Aktive Planung?)
  • „Hast Du Dir ... schon besorgt?“ (Vorbereitungen?)
  • „Hast Du darüber schon mit jemandem gesprochen?" (Suizidankündigung?)
  • „Hast Du früher schon einmal versucht Dir das Leben zu nehmen/ etwas anzutun? / Hat sich in Deiner Familie oder in Deinem Freundeskreis schon jemand das Leben genommen?" (Frühere Suizidversuche - erhöhtes Risiko?)
  • „Gibt es denn auch Dinge, die Dich am Leben halten / Hast du jemanden, mit dem Du offen über Deine Probleme sprechen kannst?" (Ressourcen?)

Nachfragen kann für Sie bedeuten, mit akuter Suizidalität umgehen zu müssen!

Wenn Sie im Gespräch feststellen, dass Suizidalität vorliegt, sollten Sie sich professionelle Unterstützung holen. Begleiten Sie z.B. den Schüler zu einem Gespräch mit dem Schulpsychologen, einer Beratungsstelle oder zu einem Arzt.

Im Rahmen des Projektes 'aus''weg'''los - Früherkennung von Depression und Suizidabsichten der Berner Gesundheit ist eine hilfreiche Übersicht zur Einschätzung der Depressions- und Suizidgefährdung bei Lernenden entstanden.

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