Suizidalität

Suizide bei Kindern und Jugendlichen

Depression geht häufig mit Suizidalität einher. Während Suizide im Kindesalter eher selten sind, nimmt ab dem Alter von 15 Jahren die Suizidrate kontinuierlich zu. Die Selbsttötung gehört zu den häufigsten Todesursachen im Jugendalter (Bundesamt für Statistik, 2012). Insgesamt besteht bei Depression ein 7-20fach erhöhtes Risiko eines Suizides und ein 12-15fach erhöhtes Risiko eines Suizidversuches (Foley et al., 2006; Fleischman et al., 2005) Mädchen unternehmen doppelt so häufig einen Suizidversuch im Vergleich zu Jungen. Hingegen versterben Jungen dreimal so häufig durch Suizid, was auch auf die Wahl tödlicherer Methoden zurückzuführen ist (Lewinsohn et al., 2001).

Ein erhöhtes Risiko besteht auch dann, wenn Suizide oder Suizidversuche in der Familie oder im Freundeskreis bereits vorgekommen sind (Modellcharakter) und bei Jugendlichen, die bereits einen Suizidversuch hinter sich haben (Maughan et al., 2013).

Suizidgedanken sollten immer ernst genommen werden. Wichtig dabei ist, dass Eltern mit ihrem Kind ins Gespräch kommen, ihm Hilfe anbieten oder Anlaufstellen kennen, wo professionelle Hilfe angeboten wird. 

Bei anhaltender unberechenbarer Stimmung des Kindes, Äußerung eines Planes zur Selbsttötung oder wenn die Eltern keinen Zugang mehr zu Ihrem Kind finden können, sollte umgehend eine Praxis oder Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie kontaktiert und sofort ein Termin wahrgenommen werden.


Im Fall von konkreter Suizidankündigung ist es wichtig, den Rettungsdienst unter 112 oder die Polizei unter 110 zu benachrichtigen oder sofort die nächstgelegene Klinik aufzusuchen! Begleiten Sie den Betroffenen dorthin! 

Folgende Warnzeichen deuten auf akute Suizidalität hin (Mehler-Wex, 2008):

Alarmzeichen

wenn

  • ein Abschiedsbrief verfasst wird
  • konkrete Planung zur Durchführung bestehen
  • jemand schon früher Suizidversuche unternommen hat

Umgang mit anderen Menschen

wenn

  • sich jemand zurückzieht
  • Todesgedanken auftreten
  • wichtige persönlicher Dinge verschenkt, noch offene Angelegenheiten geklärt werden

Verhalten

wenn

  • das Äußere vernachlässigt wird
  • stark verändertes oder untypisches Verhalten gezeigt wird
  • tägliche Aufgaben vernachlässigt werden
  • Drogen- oder Alkoholmissbrauch vorliegt

Seelisches Befinden

wenn

  • Symptome einer Depression gezeigt werden
  • jemand stark grübelt
  • ein Leistungseinbruch in Schule oder Ausbildung zu beobachten ist
  • sich jemand intensiv mit dem Thema Tod (Zeichnungen, Lesestoff, Gedichte, Chats etc.) beschäftigt
  • plötzlich eine gelöste Stimmung nach einer depressiven Phase auftritt

nach Mehler-Wex (2008) Depressive Störungen. Manuale psychischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen. Heidelberg Springer.

Konkrete Hinweise für Pädagogen zum Umgang mit Suizidalität finden sie hier.

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